Geigenbau-Meisterwerkstatt Bernward Goes in Stuttgart-Vaihingen: Neubau, Verkauf und Reparatur von Streichinstrumenten (Geige, violin, violon, Geigen, Bratschen, Celli, Cello, Bass, Kontrabass, Bässe, Violine, Viola, Bogen, Bogenbehaarung, Saiten)
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Das Streichinstrument und seine Bauteile:
 Handhabung & Pflege

 

Instrument im Allgemeinen | Wirbel | Obersattel | Griffbrett | Steg | Feinstimmer | Lack | Stimmstock | Saiten | Schulterstütze

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Korpus oder Instrument im Allgemeinen

Instrumente können sehr anfällig für Umwelteinflüsse sein. Im Besonderen sind Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu nennen. Natürlich sollten Sie Ihr Instrument nie Extrembedingungen aussetzen. Hohe Temperaturschwankungen lassen das Holz arbeiten und provozieren Risse. Bei hohen Temperaturen z. B. in einem geschlossenen Auto fängt der Lack schon mal an, weich zu werden und Tücher, die um das Instrument gewickelt sind, verkleben mit dem Lack. Sie werden sicher schnell merken, ob Ihr Instrument anfällig dafür ist. Dagegen ist eine hohe Luftfeuchtigkeit, wenn sie nicht gerade tropische Ausmaße annimmt, eher von Vorteil. Da die Instrumente mit Heißleim geleimt, sind kann schon mal eine Leimung aufgehen. Das ist aber nicht weiter ein großes Problem. Es ist besser, wenn sich eine Spannung im Instrument so löst, als wenn ein Riss entsteht. Sie werden sehen, dass fast alle Instrumente bei einer höheren Luftfeuchtigkeit sogar besser klingen. Sorgen Sie also immer für eine gutes Raumklima und stellen Sie Pflanzen auf oder betreiben Sie sogar ein Luftbefeuchtigungsgerät. Es wird auch Ihnen selber gut tun. Wenn Sie ein sehr empfindliches Instrument haben, ist es durchaus ratsam, ein spezielles Befeuchtigungsgerät (Dampit) - speziell für Musikinstrumente - zu verwenden. Dies ist ein mit einem Schwamm gefülltes Röhrchen, das - einmal befeuchtet - Ihrem Instrument für 1-2 Tage die richtige Feuchtigkeit gibt. Vermeiden Sie also auf jeden Fall trockene Räume für die Aufbewahrung Ihres Instrumentes (der tiefe Keller sollte es natürlich auch nicht gerade sein) und verwahren Sie Ihr Instrument aber auch auf jeden Fall in seinem Etui auf. Geigen an der Wand oder auf dem Flügel mögen zwar sehr hübsch sein, diese Aufbewahrungsorte sind aber wirklich nicht vorteilhaft. Zudem stauben die Instrumente an solchen Plätzen auch zu sehr ein. Sie werden das nicht gleich bemerken. Der Geigenbauer wird aber schon bald ein Wollebällchen aus Ihrem Instrument holen, dass dort nur dämpfende Wirkung hat.

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Wirbel

Sie sind die Sorgenkinder für Musiker, weil sie wirklich oft nicht gut funktionieren. Das liegt auch daran, dass Wirbel einem gewissen Verschleiß unterliegen. Voraussetzung für gut funktionierende Wirbel ist eine perfekte Passung durch den Hersteller bzw. Geigenbauer. Der Konus des Wirbels muss perfekt sein und vor allem genau dem Konus des Wirbelloches im Wirbelkasten entsprechen. Aus diesem Grunde ist es also falsch oder gar gefährlich, lockere Wirbel mit Kraft in das Loch zu drücken. Man zerdrückt das Holz und der Konus stimmt nicht mehr, und wenn man Pech hat, bekommt die Wirbelkastenwand einen Riss und der Wirbel hält erst recht nicht und das Instrument muss repariert werden. Was ist also zu tun?
Nie mit Gewalt bzw. zuviel Kraft an die Wirbel herangehen. Sitzt der Wirbel unbeweglich fest, nicht mehr drehen. Er wird abbrechen. Wenn man ein Rundhölzchen als Unterlage auf das Ende des Wirbels aufsetzt, kann man ihn in Längsrichtung vorsichtig heraushämmern. Wenn Sie ihre Wirbel abschmieren wollen, ziehen Sie immer nur eine Saite herunter, nehmen den Wirbel heraus und schmieren die Auflageflächen mit etwas Wirbelseife. Dann drehen Sie den Wirbel etliche Male immer noch ohne Saite in seinem Loch. Eventuell merken Sie jetzt schon, ob der Wirbel gut fasst, dann können Sie die Saite wieder aufziehen und mit dem nächsten Wirbel fortfahren. Andernfalls wiederholen Sie den Vorgang. Sollten Sie keine Wirbelseife besitzen, können Sie alternativ gut getrocknete Seife und Kreide benutzen. Die Seife schmiert und die Kreide bremst den Wirbel und in der richtigen Mischung erhalten Sie ein schönes Ergebnis.

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Obersattel

Am Obersattel besteht die Gefahr, dass sich die Umspinnung der Saiten aufreibt. Vorausgesetzt, die Einkerbungen wurden richtig gefeilt, ohne Kanten und nicht zu tief, und Sie jedes Mal beim Aufziehen von neuen Saiten die Einkerbungen mit einem weichen Bleistift abschmieren, dürften Sie damit keine Probleme bekommen.

 

Griffbrett

Abnutzungen lassen sich auf dem Griffbrett nicht vermeiden und können auch nur vom Fachmann behoben werden. Stauben Sie aber nach jedem Spiel den Kolophoniumiumstaub mit einem weichen, trockenen Tuch ab und Sie vermeiden es, dass sich das Kolophoniumium festsetzt. Das Griffbrett muss weder geölt noch sonst wie behandelt werden.

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Steg

Der Steg wird durch das Stimmen der Saiten gerne nach vorne mitgezogen. Dabei kommt er in Schieflage und kann sich auf Dauer in sich verziehen. Achten Sie darauf, dass die Saiteneinkerbungen nicht zu tief in den Steg eingeschnitten sind (halbe Saitenstärke genügt) und schmieren sie die Einkerbungen mit einem weichen Bleistift bei jedem Wechsel der Saiten. Werfen Sie des öfteren einen Blick auf die Stellung des Steges. Von der Seite betrachtet steht seine Hinterseite (die zum Saitenhalter gewandte Seite) senkrecht zur Grundfläche der Instrumentendecke. Es muss also so aussehen, als ob der Steg etwas nach hinten geneigt ist. Sollte er sich schon etwas nach vorne neigen, lassen Sie ihn wieder aufrichten, ehe er ganz umfällt oder sich auf Dauer verzieht. Die Position des Steges auf der Instrumentendecke kann sehr individuell sein. Im Normalfall kommt er aber genau zwischen den f-Lochkerben zu stehen. Um die Position in Querrichtung zu kontrollieren, können Sie darauf achten, dass die Saiten schön mittig über das Griffbrett laufen.

 

Feinstimmer

Bevor Feinstimmer sich nicht mehr drehen lassen sollten Sie ihn mit einem Tropfen (Nähmaschinen-Öl) behandeln. Auch können Sie die Schraube wachsen, indem Sie sie an einer (nicht brennenden) Kerze reiben und so gängig erhalten.

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Lack

Das Beste, was Sie tun können: Nach jedem Spielen ausführlich mit einem fusselfreien, trockenen Staubtuch Staub wischen. Vergessen Sie nicht, das Tuch unter Saitenhalter und unter dem Griffbrett hindurchzuziehen und auch zwischen Saiten und Griffbrett kann man hindurchfahren. Dabei sollten Sie jedoch Acht geben, dass kein Tuchzipfel am Steg hängen bleibt und diesen etwa beschädigt oder gar umzieht. Mit dieser kleinen Aktion werden Sie die Oberfläche lange schön erhalten und das Kolophonium keine Chance haben, sich in den Lack hineinzufressen. Wichtig ist auch, dass Sie Ihr Instrument nur am Hals anfassen. Wie oft wird das Instrument in der kleinen Pause mit der ganzen Hand um den Korpus (meist am Oberbügel) festgehalten. Schauen Sie einmal Ihr Instrument genau an und Sie werden gleich Ihre Griffstellen feststellen können. Oft wird über die Zeit richtig der Lack abgetragen. Eine tiefergehende Reinigung sollten Sie Ihrem Geigenbauer überlassen. Gängige Instrumentenreinigungsmittel haben oft den Nachtteil, dass Ihr Instrument im ersten Moment zwar schön glänzend aussieht, aber schon nach kurzer Zeit umso stumpfer und mit Fingertappern übersäht ist. Haben Sie Ihr Instrument noch nie reinigen lassen? Sie werden sich wundern, wie oft unter einer nie wahrgenommenen Schmutzschicht auf einmal ein schöner und strahlender Lack zum Vorschein kommt.

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Stimmstock

Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie Ihren Stimmstock überprüfen und merken Sie sich dann die ungefähre Stellung. So können Sie bei gelegentlichen Kontrollblicken feststellen, ob sich selbiger selbstständig gemacht hat. Dies kommt aber im Normalfall nicht vor, sondern nur, wenn der Stimmstock sehr schlecht eingepasst war, das Instrument einen Schlag abbekommen hat oder wenn sämtliche Saiten heruntergedreht waren und keine Spannung mehr auf dem Instrument war. Vom selbstständigen Rücken der Stimme zur Klangoptimierung kann ich nur abraten.

 

Saiten

Zuviel Kolophonium auf der Kontaktstelle zum Bogen schadet der Ansprache und sollte deswegen auch mit einem Tuch abgewischt werden. Ist dies nicht mehr durch bloßes Wischen zu erreichen, müssten Sie einen kleinen Lappen mit etwas Alkohol (Kölnisch Wasser o. ä.) tränken und dann damit die Saiten abwischen. Vorsicht: Keinen Alkohol auf den Lack tropfen. Angelaufene Saiten kann man auch mit einem Silberputztuch abreiben, damit sie wieder schön aussehen. Ansonsten bedürfen nur blanke Darmsaiten einer eigentlichen Pflege, in dem man sie ab und an mit speziellem Saitenöl einreibt.

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Schulterstütze

Achten Sie unbedingt auf unbeschädigte Fußgummi. Sonst wird Ihre Schulterstütze zum Geigenkiller. Da diese Teilchen als Ersatzteil unverhältnismäßig teuer sind, kann man sich auch ganz gut mit einem Silikonschlauch behelfen. Diesen muss man nur in der richtigen Länge abschneiden und evtl. mit einem Tropfen Spülmittel als Gleitmittel über den Fuß ziehen.

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