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Boden
| Decke |
Zargen |
Hals | Schnecke
| Einlage oder Ader
| Steg | Wirbel
| Saitenhalter
| Griffbrett
| Ober- und Untersattel
| Feinstimmer
| Korpus
| f-Löcher
| Saiten
| Stimmstock oder
Stimme | Bassbalken
| Reifchen
| Lack | Klötze
| Endknopf
| Kinnhalter
| Schulterstütze
| Stimmung
| Viola |
Violoncello
| Kontrabass
| Bogen |
Kolophonium
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Der Boden
Er wird in 90 % der Fälle aus massivem Ahornholz geschnitzt.
Dieses wird gerne geflammt, oder, wie die Schreiner sagen,
geriegelt ausgesucht. Meist ist der Boden zweigeteilt, d. h.
aus einem dickeren, aber nicht so breiten Stück, wie es für
einen ganzen Boden nötig wäre, in der Mitte zusammengefügt.
Das ergibt auch das schöne symmetrische Erscheinungsbild.
Darüber hinaus wurde des öfteren Pappelholz verwendet. In
sehr wenigen Fällen kann man Erle, Kastanie oder ähnliches
finden. In Frankreich war es auch eine Zeit lang üblich, die
Böden (und Decken) in ihre Form zu pressen. Diese erwiesen
sich aber nicht als sehr standfest. Die früher in der billigen
Produktion häufig verwendeten Sperrhölzer sind immer seltener
zu finden. Wenn, dann noch bei Celli und vor allem Kontrabässen.
Siehe auch: "Lack"
Die Decke
Sie wird immer aus Fichte hergestellt, wie im übrigen alle
Resonanzplatten bei Saiteninstrumenten. Das liegt daran, dass
die Fichte durch ihre natürliche Sandwichbauweise eine sehr
hohe Elastizität im Verhältnis zu ihrem leichten Gewicht besitzt.
Auffälligstes Merkmal sind die ausgeprägten Jahresringe, die
mehr oder weniger breit ausgebildet sein können. Je nach Geschmack
und Bauweise eines Geigenbauers wird jeder eine unterschiedliche
Struktur bevorzugen. Auch die Decke wird aus massivem Holz
geschnitzt und ist meist in der Mitte zusammengefügt, was
aber durch die Jahresringstruktur kaum auffällt. Siehe auch:
"Lack"
Die Zargen
Sie werden aus demselben Material wie Boden und Hals gefertigt
(i. d. R. Ahorn). Bei Geigen beträgt die durchschnittliche Dicke
1 mm. Bei Celli erhöht sie sich unwesentlich auf 1,8 - 2 mm. Diese
dünnsten Brettchen werden an einer heißen, zylindrischen
Metallform gebogen und sind also nicht massiv geschnitzt.
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Der Hals
Er wird massiv aus demselben Material wie Boden und Zargen
geschnitzt (i. d. R. Ahorn). Zum Hals gehören auch die Schnecke
und der Wirbelkasten. Der Hals wird mit einer Schwalbenschwanzverbindung
in den Oberklotz eingelassen. Früher wurde bei barocker
Bauweise der Hals nur auf die Zargen aufgesetzt und von innen
mit Nägeln befestigt. Doch im Laufe der Zeit wurde Länge und
Winkel des Halses so vergrößert, dass eine stabilere
Verbindung notwendig wurde. Die Ausarbeitung des Halses spielt
eine große Rolle, wenn es darum geht, ob sich ein Spieler
auf seinem Instrument wohlfühlt oder nicht. Auch das Lagenspiel
wird durch einen gut gearbeiteten Hals wesentlich erleichtert.
Die Schnecke
Sie ist eine typisch barocke Verzierung und als solche von
einem klassischen Instrument nicht wegzudenken. Hier kann
ein Geigenbauer gut sein handwerkliches Geschick und sein
Auge für eine harmonische Linienführung unter Beweis stellen.
Klanglich hat sie nur insofern eine Auswirkung, dass sie wie
jede Masse am Instrument Schwingung aufnimmt und somit Schwingungsenergie
stiehlt; praktisch ist das nicht hörbar.
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Die Einlage oder Ader
Sie gehört zu den Verzierungen am Instrument. Sie besteht
aus einem dreifachen Span, der in der Decke und am Boden eingelassen
wird. Oft wird behauptet, sie diene auch der Verhinderung
von Rissen. Die Praxis zeigt jedoch, dass sich Risse trotz
schönster und bestens verarbeiteter Einlagen nicht immer vermeiden
lassen. Die Einlage kann aus den verschiedensten Hölzern (auch
gefärbt) gefertigt sein, ferner aus Papier, Fischbein oder
Kohlefaser.
Steg
Er wird aus Ahornholz gefertigt und hat die Aufgabe, die
Saiten im richtigen Abstand über dem Griffbrett zu halten
und außerdem die Schwingung der Saiten auf die Decke zu übertragen.
Er wird dazu nur zwischen die Saiten und die Decke eingeklemmt.
Man könnte ihn fast zu den Verschleißteilen rechnen, da er
stärksten Kräften ausgesetzt ist und sich oft verzieht. Zudem
soll er oft veränderten Bedürfnissen in Klang und Spieltechnik
angepasst werden. Ein gut gemachter Steg kann jedoch durchaus
jahrelang seinen Dienst tun.
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Die Wirbel
Sie werden in der Regel aus drei alternativen Materialien
hergestellt: Ebenholz, Palisander oder Buchsbaum. Sie sitzen
nur mittels einer konischen Einpassung und werden mit einer
Wirbelkreidenmischung abgeschmiert. Ab und zu tauchen auch
die sogenannten Patentwirbel, vor allem bei Celli, auf.
Mit ihnen wurde der Versuch gemacht, ständig schlecht laufende
Wirbel der Vergangenheit angehören zu lassen. Aber auch Patentwirbel
können schlecht eingepasst sein und dann funktionieren diese
auch nicht. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Wirbel können
wunderbar funktionieren, sofern sie perfekte Passung haben
und gut gepflegt und behandelt werden. (siehe auch Pflegehinweise)
Saitenhalter
Er wird aus den gleichen Materialien hergestellt wie die
Wirbel. Zusätzlich gibt es welche aus Plastik oder Leichtmetall,
in denen für jede Saite ein Feinstimmer integriert ist. Der
Saitenhalter kann erstaunlich großen Einfluss auf den Klang
haben, da hier eine Masse direkt an den Saiten hängt, die
dämpfend wirken kann. Hat man also Probleme mit der Ansprache
oder ähnlichem, kann man durchaus, nach dem Motto 'trial and
error' einmal einen anderen Saitenhalter ausprobieren.
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Das Griffbrett
Durch das ständige Niederdrücken der Finger und Saiten ist
das Griffbrett einem starken Verschleiß ausgesetzt, richtige
Löcher graben sich in das Holz. Aber nur eine glatte Oberfläche
garantiert ein störungsfreies Spiel und sauberes Intonieren.
Wegen des starken Verschleißes wurde schon sehr bald das widerstandsfähige
Ebenholz für das Griffbrett eingesetzt, in früheren Zeiten
wurde Ebenholz auf einen Fichtenkern furniert, mit dem Nachteil,
dass diese nur ein- oder zwei mal gehobelt werden können.
Dafür waren diese Griffbretter aber schön leicht. Bei ganz
billigen Instrumenten wurde weicheres (z. B. Birnen-) Holz
verwendet und schwarz eingefärbt. Heute werden ausschließlich
massive Griffbretter verwendet.
Ober- und Untersattel
Sie werden auch aus Ebenholz gefertigt. Über sie werden
die Saiten bzw. die Anhängesaite umgelenkt. Der Obersattel
wird bei einer Griffbrettüberholung stets neu nachgepasst.
Feinstimmer
Er dient der Feinjustierung der Saitenspannung (der Tonhöhe)
und wird auf unterschiedlichste Bauarten aus Metall gefertigt.
Er ist allerdings bei Geige und Bratsche nur an den höchsten
Saiten zu empfehlen, da jeder Feinstimmer eine erhebliche
Massenzunahme bedeutet und außerdem die absolute Saitenlänge
verkürzt. Will man jedoch trotzdem nicht auf den Komfort von
vier Feinstimmern verzichten, so ist unbedingt ein Saitenhalter
mit integrierten Feinstimmern zu empfehlen.
Korpus
Der Korpus besteht aus Decke, Boden und den Zargen. Er hat
die Aufgabe, die Schwingungen der Saite zu verstärken und den
charakteristischen Geigenklang zu erzeugen. Die Ausarbeitung
der einzelnen Teile und deren Zusammenwirken ist also maßgeblich
für den Klang einer Geige. Typisch für die Streichinstrumente
ist der Randüberstand von Boden und Decke über den Zargen
im Gegensatz zu Gitarren und Gamben, die keinen Randüberstand
besitzen. Für Reparaturen ist das ungemein
von Vorteil. Auch werden die Zargen dadurch besser vor Stößen
und Macken geschützt.
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f-Löcher
Sie sind keine Klangöffnung, wie man annehmen könnte. Der
Ton kommt also nicht hier heraus. Der Klang einer Geige wird
vom gesamten Korpus abgestrahlt. Allerdings ermöglichen sie
der eingeschlossen Luft im Korpus, sich ungehindert zu bewegen.
Des weiteren wird die Schwingungsfähigkeit der Decke im akustischen
Zentrum wesentlich erhöht.
Die kleinen Kerben der f-Löcher bestimmen im Normalfall die Position des Steges,
die sogenannte Mensurlinie. Verlassen kann man sich allerdings
nicht darauf. In manchen Fällen ist es nötig, den Steg davon
abzurücken, um eine richtige Mensur zu erhalten. Die alten
Meister hatten alle ihr typisches Modell, so dass sich auch
aus der Form und der Ausarbeitung der f-Löcher Rückschlüsse
auf den Erbauer ziehen lassen.
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Saiten
Ursprünglich bestanden die Saiten ausschließlich aus Darm
von Schafen. Mit der Zeit wurde immer häufiger eine Umspinnung
aus Metall dazu verwendet, sodass das Kernmaterial gar nicht
mehr zu sehen ist. Die Saiten werden aber immer noch nach
ihren Kernmaterialien unterschieden. Die e-Saite ist mittlerweile
ausschließlich aus Stahl hergestellt. Einige Sorten verwenden
auch eine Aluminiumumspinnung dazu.
Die 3 Kernmaterialen sind:
Darm: Ihnen wird auch heute noch der wärmste Ton zugesprochen.
Allerdings muss man bei Darmsaiten einige Abstriche bei Haltbarkeit
und Empfindlichkeit gegenüber Wärme und Feuchtigkeit machen.
Auch muss man sie längere Zeit einspielen, bis sie ihren endgültigen
Klang konstant entfalten. Dafür sind sie in vielen unterschiedlich
Stärken erhältlich und eröffnen somit die Möglichkeit einer
perfekten Abstimmung auf ein bestimmtes Instrument.
Kunststoff: (Nylon, Perlon etc.) Sie scheinen langsam
die Darmsaiten zu verdrängen. Kontinuierliche Fortentwicklungen
lassen sie klanglich immer näher an die Darmsaiten rücken.
Preislich können diese einer guten Darmsaite entsprechen.
Die großen Vorteile der Kunststoffsaiten liegen in den kurzen
Einspielzeiten und der Unempfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit
und Wärme. Sie verstimmen sich viel weniger und sind viel
weniger gefährdet, ganz zu zerreißen.
Stahl: Für die Geige ist sie eine billige Alternative
aber mit sehr scharfem Klang und unangenehmen Gefühl unter
den Fingern, wegen der hohen Spannung und den dünnen Stärken.
Für das Cello ist es aber eine ernstzunehmende Alternative
und eigentlich eher der Normalfall. Aber auch hier werden
zur Zeit gute Kunststoffsaiten auf den Markt gebracht.
Umspinnung: Wie oben erwähnt, werden die Kernmaterialien
der Saite mit diversen Materialien umsponnen. Es sind diese
Metalle, nach denen die Saiten weiter unterschieden werden. In
der Hauptsache wäre da das Aluminium. Dann kommen Silber,
Gold, Wolfram, Kupfer und so weiter, alle mit ihren spezifischen
klanglichen Eigenschaften. Die Umspinnung ist der eigentliche
empfindliche Teil der Saite. Er wird von den Fingern und dem
ständigen Kontakt zum Holz des Griffbrettes punktuell abgenutzt.
Häufig löst sich dann die Umspinnung an einer Stelle und beginnt
sich abzuwickeln. Das kommt besonders häufig vor, wenn einmal
die Spannung der Saite komplett gelöst wurde. Es ist allerdings
ein Zeichen, das die Saite schon alt war und sowieso nicht
mehr klanglich das gebracht hat, was der Saitentypus normalerweise
eigentlich könnte. Die meisten Saiten werden in 3 verschiedenen
Stärken geliefert. Darmsaiten werden allerdings in wesentlich
feineren Stärkenabstufungen geliefert. Mit den unterschiedlichen
Stärken kann man die Ansprache und die Klangfülle eines Instrumentes
beeinflussen. Generell kann man sagen, dass dünnere Saiten
besser ansprechen, eine höhere Spannung haben aber nicht so
viel Klangvolumen erzeugen können. Dazu im Gegensatz die dickeren
Saiten eben schlechter ansprechen, eine geringere Spannung
haben, dafür aber mehr Klangvolumen erzeugen können, sofern
das Instrument dies hergibt.
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Stimmstock oder Stimme
Dieses Rundhölzchen wird aus Fichtenholz gefertigt und wird
zwischen Boden und Decke in das Innere des Korpus eingeklemmt.
Es ist in der Nähe des rechten Stegfußes positioniert. Seine
Aufgabe ist es, die Schwingungen des Steges bzw. der Decke
auf den Boden zu übertragen und die Schwingungsrichtung (im
Prinzip) von Boden und Decke gleichzuschalten. Der Stimmstock
muss gut eingepasst sein, da er durchaus sonst Schaden an
Boden und Decke anrichten kann, wenn er mit zu viel Kraft
und an der falschen Stelle aufgestellt wird. Durch die Position
des Stimmstockes kann der Klang des Instrumentes beeinflusst
werden: Insbesondere das Gleichgewicht zwischen hohen und
tiefen Saiten und ferner die Lautstärke eines Instrumentes.
Ein zu streng eingepasster Stimmstock kann ein Instrument
in seiner Schwingungsfähigkeit und somit in seiner Klangentfaltung
hemmen. Die Ausrichtung des Stimmstockes kann also nicht grundlegend
den Charakter eines Instrumentes verändern, aber innerhalb
seiner Möglichkeiten einen optimalen Zustand herstellen. Dazu
ist es nötig, dass der Musiker mit gutem Gehör und einer Wunschvorstellung
in Zusammenarbeit mit dem Geigenbauer die richtige Positionierung
herausfindet, Methode: Trial and Error!
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Bassbalken
Der Bassbalken wird aus Fichtenholz gefertigt. Er wird an
die Decke angepasst und verleimt. Er verläuft unterhalb
des linken Stegfußes (Bassseite) fast parallel zur Mittelachse
des Instrumentes. Seine Funktion besteht darin, die Decke
statisch zu stützen, d. h. dem hohen Saitendruck eine
Kraft entgegenzusetzen. Deshalb wird er auch gerne mit einer
gewissen Spannung eingepasst. Da der Saitendruck seit den
Anfängen der Geige stetig gewachsen ist, wurde der Bassbalken
im Laufe der Zeit immer stärker ausgelegt. Des weiteren
wird behauptet, dass er auch zum besseren Verteilen der Schwingungen
auf der Decke eine Funktion erfüllt. Es gibt Meinungen,
die besagen, dass die Bassbalken mit der Zeit ihre Spannung
verlieren und deswegen ab und an erneuert werden müssten.
Dies kann ich aus keinerlei eigener Erfahrung bestätigen.
Reifchen
Die Reifchen sind eine Verstärkung der Zargen mit dem Sinn
die Leimfläche für Boden und Decke auf den Zargen zu erhöhen.
Sie werden wie die Zargen gebogen und dann an die Zargen verleimt.
Im Mittelbug werden sie zudem in die Eckklötze eingelassen.
Das Material kann unterschiedlich sein, im Normalfall aber
aus dem selben Material wie die Klötze. In meinem Fall ist
das Lindenholz.
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Lack
Die Oberflächenbehandlung der Instrumente ist so vielseitig
wie es Geigenbauer gibt. Es wurde schon viel über die Lackierung
geschrieben und doch ist Geheimniskrämerei eher der Normalfall
im Instrumentenbau. Gleich vorneweg: Eine Lackierung kann
nicht allein für Wunder im Klangerscheinungsbild verantwortlich
gemacht werden. Nichts desto trotz wirkt sich die Lackierung
auf den Klang aus. Meistens leider hemmend, denn auch der
Lack ist eine Masse, die mit der Saitenschwingung zusätzlich
in Bewegung gesetzt werden muss. In erster Linie dient die
Lackierung natürlich dem Schutz des Holzes. Er wirkt sich
natürlich maßgebend auf das Erscheinungsbild des Instrumentes
aus. Durch die unterschiedlichen Einfärbungen werden die Instrumente
für jeden am offensichtlichsten geprägt. Grundiert wird u. a.
mit Leinöl, Eiweißtempera und Leimlösungen. Der eigentliche
Lack wird als Alkohol-, Öl-, oder Mischlack aufgetragen. Das
bedeutet, dass verschiedene Harze wie z. B. Mastix, Sandarak,
Benzoe, Myrrhe oder auch Schelllack und Bernstein gelöst werden,
für den Farblack eingefärbt werden und dann meist mit einem
Pinsel aufgetragen werden. Gemeinhin wird eine Lackierung
als gut empfunden, wenn eine schöne Färbung tief im Grund
sitzt, ohne in das Holz einzudringen und der Lack geschmeidig
ist (d. h. nicht spröde) ohne bei wärmerem Wetter gleich klebrig
zu werden. Je nach Lack kann eine Instrumentenlackierung aus
3 - 15 Schichten bestehen.
Klötze
Man unterscheidet zwischen Ober-, Unter- und Eckklötzen.
Sie können aus unterschiedlichsten Materialen eines leichteren
Holzes bestehen. Üblich sind Fichte, Weide, Pappel oder in
meinem Fall Linde. Sie stabilisieren den Zargenkranz.
Der Oberklotz nimmt zudem den Halsfuß, der Unterklotz den
Endknopf bzw. beim Cello den Stachel auf.
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Endknopf
Er ist aus Ebenholz und wird nur in den Unterklotz gesteckt.
An ihm wird die Anhängesaite des Saitenhalters befestigt.
Wird ein Instrument abmontiert, so erlaubt das Loch im Unterklotz
einen Blick ins Innere. Dies wird vor allem beim Einpassen
des Stimmstockes genutzt.
Kinnhalter
Sie gibt es in den unterschiedlichsten Modellen, für fast
jedes Kinn eines. Mit ihm soll das Halten des Instrumentes
erleichtert werden. Da das Instrument nicht mit der Hand gehalten
werden soll, muss es dem Kinn möglich sein, das Instrument
bequem gegen die Schulter zu drücken (festzuklemmen). Früher
gab es so was noch nicht und ist darum bei barocker Spielweise
verpönt. Der Kinnhalter ist nur an den Rand des Instrumentes
mittels Schrauben festgeklemmt. Da der Druck auf das Instrument
durch die Schrauben und den Spieler schädlich sein können,
sind die Kinnhalter, die über den Saitenhalter zu befestigen
sind, aus Geigenbauersicht vorteilhafter, da hier der Druck
von dem darunterliegenden Unterklotz besser aufgenommen werden
kann.
Schulterstütze
Auch die Schulterstütze dient dem besseren Halten des Instrumentes.
Sie wird nur zum Spielen an das Instrument geklemmt. Leider
verursachen auch die Schulterstützen des öfteren Schäden am
Instrument. Darum ist auf guten Halt und unversehrte Schutzgummis
zu achten. Auch dieses Accessoire bei barocker Spielweise lieber
weglassen.
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Violine: Stimmung: g - d - a
- e
Viola: Stimmung: c - g - d - a
Die Viola ist das Altinstrument unter den Streichinstrumenten.
Im Deutschen wird sie auch Bratsche genannt. Dieses Wort geht
auf das italienische braccio (Arm) zurück und bezeichnet somit
ein Instrument, das im Arm gespielt wird. Ursprünglich unterschied
man damit Violeninstrumente von den Gamben (la gamba - das
Bein), die auf den Beinen aufgestützt werden. Ihre Größe ist
nicht so genau festgelegt, wie bei der Geige. Daher variiert
ihre Korpuslänge von ca. 38 cm bis 42 cm. Klanglich geben die
großen Instrumente meist mehr her, sind jedoch schwerer spielbar
und deswegen nur von größeren Zeitgenossen zu gebrauchen.
Bis auf die Zargenhöhe sind alle Maßverhältnisse zur Geige
identisch. Das heißt, die Bratsche unterscheidet sich baulich
vor allem durch im Verhältnis höhere Zargen. Dies ist wohl
entscheidend für den typisch sonoren Bratschenklang. Bei Bratschen
trifft man auch des Öfteren einen abgesetzten Wirbelkasten
wie bei Celli an. Das heißt, der Wirbelkasten ist breiter
als der Hals an dessen oberem Ende und geht folglich nicht
stufenlos ineinander über. Für die Aufnahme der Saiten ist
das sehr vorteilhaft und bequem, hat aber den Nachteil, dass
die Stufe des Wirbelkastens oft beim Spielen hinderlich ist
und das Instrument insgesamt kopflastiger wird.
Violoncello: Stimmung: C - G - d
- a
Das Violoncello hat ganz unterschiedliche Maßverhältnisse
im Vergleich zur Geige, ist dagegen in den absoluten Ma&szli;en
wiederum genau festgelegt. Es ist das Bassinstrument unter
den Streichinstrumenten. (Tenorinstrumente wurden zu bauen
versucht, setzten sich aber nie richtig durch. Beispiele sind
Tenorbratschen bei den alten Italienern oder auch bei Vuillaume
die allerdings zu unhandlich sind. Auch wurden kleine Celli
gebaut (Violoncello piccolo). Es gibt Vermutungen, dass Bachs
Solosonaten für Violoncello ursprünglich für solche Instrumente
komponiert wurden.) Das Violoncello besitzt immer einen abgesetzten
Wirbelkasten, wie bei der Viola beschrieben und natürlich
besitzt es einen Stachel mit dem das Instrument auf den Boden
aufgestützt wird. Dieser Stachel sitzt anstatt des Endknopfes
bei den Geigen im Untersattel. Barocke Celli besitzen keinen
Stachel, da anfänglich die Spielhaltung von den Gamben übernommen
wurde und dort das Instrument auf die Waden aufgestellt wird.
Dies hatte aber den Nachteil, dass das Instrument unnötig
gedämpft wurde.
Kontrabass: Stimmung: Der Kontrabass
ist im Gegensatz zum Rest der Streichinstrumentenfamilie in
Quarten gestimmt: E - A - D - G
Da die Tonabstände auf dem Kontrabass so weit auseinander
liegen, wäre es schwierig, die Quart zu greifen, was bei einer
Quintenstimmung natürlich erforderlich ist. Deswegen setzte
sich beim Bass die neue Quintenstimmung nie durch und man
blieb bei der Art, wie Gamben gestimmt sind. Man findet bei
Bässen neben aus massiven Hölzern gewölbten Böden wie bei
den übrigen Streichinstrumenten auch flache Böden, die im
oberen Drittel geknickt sind, ganz in der Art der Gamben.
Solche Böden werden noch durch ein Stimmbrett verstärkt. Es
ist ein Brett quer zur Längsrichtung des Bodens, auf dem auch
der Stimmstock zu stehen kommt. Der Kontrabass wird auch als
5-Saiter gebaut. Er besitzt dann eine tiefere Saite die eine
Terz oder Quart tiefer als die E Saite ist, also H/C - E -
A - D - G
Den 4-Saiter kann man mit speziellen Saiten auf
Solostimmung bringen, d. h. das ganze Instrument wird einen
Ganzton höher gestimmt: Fis - H - E - A Alles in allem ist
der Kontrabass fast eine Mischung aus Gamben und Violeninstrument.
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Bogen:
Anmerkungen: Der Bogen hat einen sehr großen Einfluss auf
den Klang einer Geige. Neben den ganzen Eigenschaften die
ein Bogen technischer Art haben sollte, wie Springfähigkeit,
Festigkeit etc. sollte man auch einen Augenmerk darauf werfen,
was der Bogen in klanglicher Hinsicht aus einem Instrument
heraus holt. Was ich damit sagen will: Bevor sie ganz verzweifelt
ein neues Instrument suchen, lohnt es sich manchmal, zuerst
auszuprobieren was ein guter Bogen an Veränderung bringt.
Manchmal reicht diese meist doch geringere Investition schon
vollkommen aus, um eine große Aufwertung zu erreichen. Haare:
Die Haare nutzen sich ab und ziehen sich mit der Zeit in die
Länge. Der Bogen verliert seine Griffigkeit und seine sonstige
optimale Spielbarkeit, wie Schwerpunkt und Kontaktstelle für
den besten Springpunkt. Meistens fängt man wie verzweifelt
an, seinen Bogen zu kolophonieren und erreicht keine Verbesserung.
Gute Haare braucht man wirklich nicht öfter als 1 mal die
Woche zu kolophonieren, auch wenn man viel spielt. Sind die
Haare jedoch abgespielt, hilft auch die größte Menge an Kolophonium
nichts mehr. Spielen Sie täglich, sollten Sie Ihre Haare auch
einmal im Jahr erneuern lassen.
Kolophonium:
Kolophonium unterscheidet sich im Wesentlichen durch unterschiedliche
Härtegrade. Je weicher ein Kolophonium, desto griffiger ist
es. Daraus resultiert die unterschiedliche Verwendung. Je
tiefer Ihr Instrument ist, desto weicher sollte Ihr Kolophonium
sein. Auf die Saitenart bezogen fordern Darmsaiten die weichsten
Kolophone. Kunststoffsaiten liegen in der Mitte und für Stahlsaiten
benutzt man am besten ein härteres. Eine Geige mit Stahlsaiten
bräuchte demnach das härteste Kolophonium und ein Kontrabass
mit Darmsaiten das weichste. Die Firma Pirastro hat aus diesem
Grund entsprechend zu den verschiedenen Saiten das jeweils
passende Kolophonium im Programm.
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