Geigenbau-Meisterwerkstatt Bernward Goes in Stuttgart-Vaihingen: Neubau, Verkauf und Reparatur von Streichinstrumenten (Geige, violin, violon, Geigen, Bratschen, Celli, Cello, Bass, Kontrabass, Bässe, Violine, Viola, Bogen, Bogenbehaarung, Saiten)
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Kaufberatung: Worauf Sie achten sollten
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Kaufberatung:
Worauf muss ich beim Kauf eines Instrumentes achten?

 

Das Äußere des Instrumentes | Die "Bausubstanz" bzw. der Zustand des Instrumentes | Das Instrument als Wertgegenstand oder Geldanlage | Die Klangfrage

 

Wie vermeidet man einen Fehlkauf? Oder: Muss es unbedingt eine Stradivari sein?

a) Das Äußere des Instrumentes

Oft wird man im Unterbewusstsein sehr stark von diesem Punkt beeinflusst. Somit ist es durchaus von Bedeutung, sich über diesen Aspekt bewusst zu werden. Am eindringlichsten registriert das Unterbewusstsein, ob ein Instrument schön alt aussieht: Die Ränder sind abgestoßen, reparierte Risse sind zu sehen, in den Ecken hängt dicker Staub und vor allem der Lack zeigt verkratzte und abgeriebene Stellen.

Gerade letzteres ruft oft die Ehrfurcht vor diesen schönen alten Sachen hervor. Das wissen alle Geigenbauer und so entstand eine lange Tradition des "auf Alt machen". Da werden halbe Geigen wieder ablackiert, künstliche Kratzer mit Dreck gefüllt und gar das Holz mit Feile und Sandpapier abgenutzt. Bei einiger genauer Betrachtung ist dies oft zu entlarven aber mitunter ist dies auch so geschickt gemacht, dass es selbst für den Experten eines zweiten Hinsehens bedarf.

Andere Instrumente sehen aber doch neu aus. Sie werden möglichst mit homogenem Farblack versehen und alle Konturen so präzise wie möglich gestaltet. Die Frage ist also oft, neben Vorlieben wie dunkler, heller, roter oder sonst wie gearteter Farbe, ob mein neues Instrument neu aussehen darf und man ihm eine natürliche Alterung d. h. Abnutzung zugesteht oder ob mein Instrument alt sein muss, nur damit auch der äußere Charme stimmt. Wer sich darüber hinaus viel mit Formgebung und handwerklicher Präzision beschäftigt, mag noch beachten, wie sauber eine Schnecke gestochen ist und wie sie in den Proportionen zu Rest des Instrumentes passt oder meinetwegen wie sauber die Einlagen in Boden und Decke eingelegt sind. Meiner Erfahrung nach sind das aber Dinge, mit denen sich nur die Geigenbauer untereinander beschäftigen.

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b) Die "Bausubstanz" bzw. der Zustand des Instrumentes

Dazu benötigen Sie die fachkundige Begutachtung durch einen Geigenbauer. Nur er kann Ihnen sagen, welche Schäden das Instrument evtl. schon hatte, und ob diese so repariert sind, dass keine weiteren Folgen zu erwarten sind. Es gibt nämlich Schäden, die selbst wenn sie gut repariert sind, den Wert des Instrumentes drastisch reduzieren, und wiederum andere, die weder auf den Klang noch auf den Wert des Instrumentes Einfluss haben.

Grundsätzlich gilt aber: je mehr Reparaturen ein Instrument erfahren hat, umso größer wird das Risiko, dass sich beispielsweise eine Leimung löst, es im Innern des Instrumentes zu rasseln anfängt etc. Man könnte es mit einem Auto vergleichen: mit zunehmender Lebensdauer erhöht sich die Reparaturanfälligkeit, andererseits aber vielleicht auch der Charme und der Charakter.

Des weiteren kann Ihnen ein Geigenbauer sagen, ob das Instrument so eingestellt ist, dass das Optimum an Klanglichkeit zu erwarten ist. Hinzu kommt die Frage, ob das Instrument auch spieltechnisch optimal eingestellt ist. Lassen sich zum Beispiel Doppelgriffe einwandfrei spielen, muss man die Saiten evtl. viel zu stark niederdrücken, kann man den Hals für z. B. zierlichere Hände schmaler machen etc.

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c) Das Instrument als Wertgegenstand oder Geldanlage

Ab einem bestimmten Wert machen Sie mit dem Kauf eines Instrumentes kein Geld "kaputt". Der Wert bleibt im Rahmen der allgemeinen Kostenschwankungen konstant. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass das Instrument keinen Schaden erleidet. Sie müssen sich jedoch bewusst machen: Bei Instrumenten der unteren Preisklassen kann das nicht gelten. Bedenken Sie, wenn ein Instrument, sagen wir, um die 1000 EUR kostet und Sie für eine kleinere Überholung schnell einmal 500 EUR bezahlen, handelt es sich dabei fast schon um ein Wegwerfprodukt. Genauso verhält es sich bei einem Bogen für z. B. 180 EUR, wenn man bedenkt, dass ein neuer Haarbezug im Schnitt 70 EUR kostet. Hinzu kommt bei den kostengünstigen Instrumenten oft noch, dass sie von vornherein einer zusätzlichen Einrichtung bedürfen, um sie überhaupt halbwegs gut spielbar zu machen. Auch sind an preiswert gefertigten Instrumenten Reparaturen oft weniger gut zu bewerkstelligen als an qualitativ hochwertigen, weil handgefertigten Instrumenten, so dass viele Geigenbauer von der Reparatur abraten, da oftmals der Aufwand den Gesamtwert bei weitem übersteigen würde.

Natürlich können Instrumente im Einzelfall auch kulturhistorischen Wert haben und somit astronomische Wertsummen erreichen. Diese Instrumente können sich tatsächlich als Geldanlage mit Wertsteigerungspotential eignen. Dabei ist es natürlich besonders wichtig, dass das Instrument auch dem entspricht, für das es ausgegeben wird. Hierzu benötigen Sie eine Expertise, d. h. ein Echtheitszertifikat, und zwar muss dieses unbedingt neuesten Datums und von einem international anerkannten Experten ausgestellt sein.

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d) Die Klangfrage

Dies ist wohl der schwierigste, weil persönlichste Aspekt und somit weitgehend ihrem eigenen Urteil berlassen. Für diesen Punkt ist also Ihre ganze Erfahrung und Entscheidungsfreudigkeit gefragt. Wir haben alle unsere Hörgewohnheiten und wie das Wort ganz gut beschreibt, heißt das, dass wir uns alle an etwas gewöhnt haben. Das ist aber gerade der größte Hinderungsgrund für eine einigermaßen objektive Beurteilung. Das heißt, sollten sie irgendwo die Möglichkeit haben, ein anderes als ihr eigenes Instrument auszuprobieren um damit Ihre Hörerfahrung zu erweitern: Tun Sie es!

Lassen Sie sich von Geigenbauern und Händlern Instrumente zur "Ansicht" mitgeben, um sie Zuhause in gewohnter Umgebung und in Ruhe ausprobieren zu können. Fragen Sie Ihre Musikerfreunde, ob sie einmal ihre Instrumente tauschen können, und sie werden bald selbst beurteilen können, ob Ihnen ein Instrument alle Ihnen zu Verfügung stehenden Möglichkeiten bieten kann oder nicht. Aber nicht nur wie ein Instrument alleine klingt, ist von Bedeutung. Je nachdem, was Sie damit vorhaben, sollten Sie es auch ausprobieren: im Quartett, im Orchester oder mit anderen Instrumenten wie Klavier etc. Spielen Sie nur für sich, dann brauchen Sie nur zu beurteilen, wie das Instrument an Ihrem Ohr klingt. Gerade bei Streichinstrumenten ist der Unterschied zwischen vom Publikum Gehörtem und vom Spieler Gehörtem oft enorm groß. Wollen Sie also auch vor Publikum spielen oder gar als Solist auftreten, ist besonders auf den Außenklang zu achten.

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Im Folgenden möchte ich Ihnen 6 Parameter an die Hand geben, um sich ein Schema zu Beurteilung eines Instrumentes machen zu können:

Ausgeglichenheit:

Klingen alle 4 Saiten gleichlaut und im gleichen Charakter oder fällt eine Saite heraus und klingt schrill oder gequetscht oder klingt sie oben wie unten gleich frei?

Ansprache:

Kommt der Ton gleich und ohne viel Mühe oder muss ich fürchterlich arbeiten, um einen Ton zu erzeugen? Pfeifen die Saiten, anstatt einen runden Ton zu geben?

Volumen:

Kann ich mit meinem Instrument überhaupt laut spielen oder bleibt der ganze Klang im Instrument stecken?

Tragfähigkeit:

Klingt mein Instrument auch noch für einen Zuhörer in einiger Entfernung? Es gibt Instrumente die zwar wunderschön klingen, aber ab einer gewissen Distanz nicht mehr "zu hören" sind bzw. sich gegenüber anderen Instrumenten nicht mehr durchsetzen können.

Mischbarkeit:

Wie verhält sich mein Instrument im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten? Mischt es sich, übertönt es die anderen oder wird es "untergebuttert"?

Modulationsfähigkeit:

Lässt sich auf meinem Instrument der Ton gestalten? Kann ich leise und laut spielen? Macht das Instrument das was ich will oder klingt es eben nur so wie es klingt?

 

Es ist noch hinzuzufügen, dass der Streichbogen einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Klang hat. Beachten sie deshalb, dass sie möglichst immer mit dem selben Bogen die verschiedenen Instrumente ausprobieren um richtig vergleichen zu können. Oft kann sogar ein Instrument durch die Verwendung eines besseren Bogens stark aufgewertet werden.

 


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